Einmal schlafen, direkt ankommen: Viele Reisende genießen die ausgeschlafene Anreise zu Zielen in ganz Europa und sparen sich dabei gleich eine teure Nacht im Hotel. Für Abenteuerlustige fühlt sich ein Trip im Nachtzug dabei fast nach Teleportation in den Urlaub an.
Wir geben einen Überblick über die spannendsten Nachtzug-Ziele, die von Deutschland aus quer durch Europa führen – von den Großstädten über die Mittelmeer-Küsten bis nach Skandinavien.
Mehrere Routen verbinden deutsche Großstädte mit beliebten italienischen Reiszielen. Die wichtigsten Bahnhöfe für die nächtliche Alpenüberquerung liegen dabei in Süddeutschland. Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) übernimmt gleich beide Fahrten: Von Stuttgart aus bringt Sie ein Zug der ÖBB über Nacht nach Venedig, während ein ein Zug der Nightjet-Flotte München mit der italienischen Hauptstadt Rom verbindet. Der NJ 294 aus München macht dabei vorher sogar Halt in Florenz und Bologna.
Von Deutschland aus ist Osteuropa hervorragend über einige Nachtzug-Routen angebunden. Besonders beliebt für Stadtreisen sind dabei die Kulturstädte Budapest, Wien und Warschau, die von Deutschland aus allesamt mit einer Nachtzugfahrt erreichbar sind.
Berühmt ist vor allem die Linie der Euronights zwischen Berlin und Budapest, die dank Zwischenhalten in Dresden und Prag weitere Reisehighlights auf ihrem Weg passiert. Doch auch Bayern und Baden-Württemberg müssen keine Abstriche machen: Ein weiterer Euronight trägt Sie von Berlin über Dresden und Prag in die ungarische Donauperle. Münchner haben außerdem die Möglichkeit, mit dem EN 40406 Warschau in nur einer Nacht zu erreichen.
Wer sich eine Zugreise ans kroatische Mittelmeer wünscht, kann sich von Stuttgart aus nach Zagreb schlafen. Von dort müssen nur noch wenige Reisestunden an die Küste absolviert werden.
Viele Verbindungstipps für Ihren nächsten Städtetrip haben wir bereits genannt. Budapest, Prag, Rom und Venedig waren bereits dabei. Seit diesem Jahr hat der Nachtzugverkehr jedoch noch weitere Highlightstrecken im Angebot. Hohe Erwartungen haben viele Reisende an die Verbindungen der European Sleeper, der sein Angebot fortlaufend erweitert. Zum ersten Mal bietet der Nachtzugbetreiber eine Strecke von Berlin über Hamburg nach Paris an, doch auch Brüssel und Amsterdam sind von der Hauptstadt aus gut angebunden.
Ab dem 9. September führt eine Route Reisende über Köln und Zürich nach Como und Mailand. Für die kommenden Jahre plant der Betreiber Nachtzüge nach Barcelona.
Nachtzug-Fans empfingen dieses Frühjahr schlechte Nachrichten: Die geplante Verbindung zwischen Basel, Freiburg und Malmö wurde gestrichen, weil das Schweizer Parlament gegen eine Förderung stimmte, die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötig gewesen wäre.
Zum Glück finden interessierte Passagiere weitere Routen, die Mitteleuropa mit den Schweden verbindet. Die schwedischen Bahngesellschaften SJ und Snälltåget betreiben Verbindungen zwischen Berlin und Stockholm, die ebenso in Hamburg, Kopenhagen und Malmö Halt machen. Snälltåget fährt außerdem an bestimmten Tagen von Dresden ab.
Wer fest plant, eine Reise mit dem Nachtzug zu buchen, stößt schnell an Grenzen. Gewohnheitsmäßig greifen viele zum Buchungsportal der Deutschen Bahn, suchen eine Verbindung heraus – und landen in der Sackgasse! Da die DB keine eigenen Nachtzüge anbietet, existieren keine Buchungsmasken für die drei Preisklassen der Nachtzüge. Außerdem sehen Kundinnen und Kunden nicht, ob es sich bei der ausgewählten Linie tatsächlich um einen Nachtzug mit verfügbaren Liege- oder Schlafplätzen handelt.
Sie müssen sich also zwangsläufig auf die Portale der konkreten Betreiber begeben. Meistens sind das die ÖBB oder der European Sleeper. Kompliziert wird es bei den Euronights (Kürzel: EN), denn diese werden von verschiedenen europäischen Anbietern betrieben. Möchten Sie alle Euronights in Europa finden, ohne jeden Betreiber einzeln abzugrasen, können Sie auf die Preisvergleichsplattform Nightride zurückgreifen. Dieses Portal leitet Sie dann direkt zum Buchungsportal weiter, wenn Sie eine Verbindung und Preisklasse ausgewählt haben.
Wie bei vielen Urlaubsplänen gilt auch für Nachtzüge: Wer früh bucht, spart am meisten bei der Reise. Teilweise weichen Preise für Liege- und Schlafwagen dann um mehr als 100 Euro von spontanen Buchungsgebühren ab. Ein weiterer Ratschlag: Die günstigen Preise für Sitzwägen mögen attraktiv wirken, doch bereuen viele Fahrgäste diese Entscheidung. Den ersten Urlaubstag möchte schließlich niemand unausgeschlafen verbringen!
2026-04-22T15:58:40Z